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Gegenwart verstehen, Zukunft denken: phil.COLOGNE 2026 zu den großen Fragen unserer Zeit – Ticket-Vorverkauf startet

IvanKrastev lowres c Klaus Ranger und Zsolt Marton IWMMit einem hochaktuellen Festivalprogramm wird die vierzehnte phil.COLOGNE erneut zum Forum für die Themen unserer Zeit: Vom 6. bis zum 15. Juni diskutieren herausragende nationale und internationale Stimmen aus Philosophie, Wissenschaft und Politik in spannenden Begegnungen.

Insgesamt 34 Veranstaltungen widmen sich drängenden Fragestellungen von globalen Machtverschiebungen über Protest- und Debattenkultur bis zum Umgang mit Künstlicher Intelligenz und digitaler Gewalt. Das Schulprogramm KlasseDenken öffnet an 13 TerminenRäume speziell für Schüler:innen, sich außerhalb des  Schulalltags mit aktuellen Fragen und neuen Perspektiven auseinanderzusetzen. Der Ticketvorverkauf startet heute.

Das Festival eröffnet der bulgarische Politikwissenschaftler Ivan Krastev, einer der einflussreichsten Denker Europas und Experte für Geopolitik und Demokratie. Der Ausgangspunkt seiner Überlegungen: Demokratie funktioniert nur, solange die Zukunft als offen gilt, nicht als Bedrohung. Wie lernen wir im Angesicht multipler Krisen, die Zukunft wieder zu gestalten? Ein Gespräch über den demokratischen Verfall und globale Machtverschiebungen. (6.6., 18 Uhr, WDR-Funkhaus)

Die Diskurse in Politik und Gesellschaft sind zunehmend von Kompromisslosigkeit geprägt. Die Journalistin Yasmine M’Barek schreibt in ihren Büchern über politische Empathie und die Notwendigkeit von Kompromissfindungen. Sie trifft den ehemaligen FDP-Bundesminister Volker Wissing, der für eine
demokratische Grundhaltung plädiert, in der das Handeln wichtiger ist als politische Grabenkämpfe. (6.6., 21 Uhr, WDR-Funkhaus)

Götz Aly zählt zu den wichtigsten Zeithistorikern des Nationalsozialismus. Die deutsch-US-amerikanische Politologin Cathryn Clüver Ashbrook beschäftigt sich mit dem autoritären Umbau der Demokratie unter
der Administration Trump – und erkennt erste Anzeichen dieser Muster auch in Europa. Ein Gespräch über Voraussetzungen für den Aufstieg autoritärer Kräfte gestern und heute. (7.6., 17 Uhr, Flora) Auf eine Reise durch die materiellen Bedingungen des Lebens und Schreibens geht Judith Schalansky in ihrem neuen Buch „Marmor, Quecksilber, Nebel“– von Marmorbrüchen über Bildhauerateliers bis in die dunkle, oft gewalttätige Geschichte der Materialgewinnung – und richtet mit poetischer Präzision den Blick auf das, woraus die Welt gemacht ist. (7.6., 17 Uhr, Filmforum NRW im Museum Ludwig) Ricarda Lang, ehemalige Bundesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, und Kristina Lunz, Autorin und Aktivistin, sind seit Jahren massiven digitalen Anfeindungen ausgesetzt. Sie treffen auf Ingrid Brodnig, Expertin für digitale Öffentlichkeit, die analysiert, wie digitale Gewalt entsteht, wie sie – oftmals von rechten Netzwerken – angeheizt wird und welche Mechanismen dahinterstecken. (6.7., 20 Uhr, Flora) In seinem neuen Buch „Der Fürst und seine Erben: Über große Männer im Zeitalter der gewöhnlichen Leute“ erweist sich Großdenker Peter Sloterdijk als so kühler wie hellsichtiger Analytiker autokratischer Staatsmänner wie Donald Trump oder Xi Jinping – und unserer unübersichtlichen Gegenwart. Über das Verhältnis von Macht, Charisma und Moral. (8.6., 17.30 Uhr, WDR-Funkhaus)

Paul Ronzheimer ist stellvertretender Chefredakteur der BILD, Host eines der erfolgreichsten Nachrichtenpodcasts und Kriegs-Reporter. Für seine Arbeit wurde er mehrfach ausgezeichnet. Mit Kabarettist Florian Schroeder spricht er über zeitgemäßen Journalismus und die Konflikte der Gegenwart. (8.6., 20.30 Uhr, WDR-Funkhaus)

Der frühere Außenminister Joschka Fischer und Jörg Lau, Außenpolitik-Experte der ZEIT, sind zwei der wichtigsten Stimmen der deutschen Sicherheitsdebatte. In Köln sprechen sie über Deutschlands neue Rolle in der Weltordnung, den Umgang mit militärischen Bedrohungen sowie eine Außenpolitik, die Freiheit schützt, Wohlstand sichert und Verantwortung übernimmt. (9.6., 18 Uhr, WDR-Funkhaus) Der japanische Philosoph und Politökonom Kohei Saito ist einer der weltweit bekanntesten ökonomischen Vordenker und zieht die ernüchternde Bilanz: Unsere Zukunft wird nicht von Beschleunigung, sondern von Knappheit, Destabilisierung und Naturkatastrophen geprägt sein. Seine radikale und unbequeme Antwort: eine neu gedachte Planwirtschaft, die das Überleben ins Zentrum stellt. (9.6., 18 Uhr, COMEDIA Theater)

In seinem neuen Buch „Träume aus Feuer“ widmet sich Bestsellerautor Florian Illies der Welt der Alchemie – jenem vorwissenschaftlichen Bestreben, Elemente in Gold zu verwandeln – und zeichnet zugleich die Anfänge der modernen Chemie nach. Sein Roman über den Alchemisten Johannes Kunckel beruht auf historischen Tatsachen. (10.6., 19.30 Uhr, Flora Köln)

Mit Michel Foucault starb 1984 einer der bedeutendsten Philosophen der der Postmoderne. Die 1989 veröffentlichte Biografie des Denkers, verfasst vom Schriftsteller und Soziologen Didier Eribon, ist inzwischen selbst zum Klassiker geworden. In Köln präsentiert Eribon sein Werk, das nun in überarbeiteter und ergänzter Auflage erscheint. (11.6., 17.30 Uhr, BALLONI-Hallen)

Wann wird Protest zur Straftat? Was bedeutet es für eine Demokratie, wenn ein Gesetz zur Terrorismus Bekämpfung gegen zivilen Ungehorsam eingesetzt wird? Carla Hinrichs, ehemalige Sprecherin der „Letzten Generation“ und angeklagt wegen des Vorwurfs der Bildung einer kriminellen Vereinigung, verhandelt diese Fragen in ihrem Buch „Meine verletzte Generation“. (11.6., 20.30 Uhr, BALLONI-Hallen) Agnes Callard ist Professorin für Philosophie an der Universität von Chicago. In ihrem Buch „Sokrates.

Wie man durch ein philosophisches Leben die Angst vor fast allem verliert“ blickt sie mit antiken Denkansätzen auf unsere Gegenwart, entstaubt die größten Ideen des klassischen Denkers und zeigt, wie wir nach seinem Beispiel ein gutes Leben führen können. (11.6., 20.30 Uhr, COMEDIA Theater)
Wir erleben gerade eine KI-Revolution – und können Ausmaß und Konsequenzen noch nicht absehen. Dieser große Abend bringt ausgewiesene Expert:innen zusammen, die die Chancen und Risiken der weltverändernden Technik aus vielfertigen Perspektiven in den Blick nehmen, u.a.: Der Philosoph Markus Gabriel fragt nach der Moral, Medienwissenschaftler Roberto Simanowski seziert, wie sich Bedeutung verändert, sobald Algorithmen für uns formulieren und Wissenschaftsjournalistin Sibylle Anderl begegnet dem Komfort des Fortschritts mit Skepsis. Philosoph und Mathematiker Rainer Mühlhoff richtet den Blick auf die politischen Konsequenzen, und Analystin Antonia Hmaidi beschäftigt sich mit der Geopolitik von Technologie. (12.6., 19 Uhr, BALLONI-Hallen)

Aus dem Silicon Valley dringt eine neue politische Theologie in die Welt: apokalyptisch, antidemokratisch, messianisch. Was steckt hinter der Verbindung von Tech-Elite und religiösen Weltbildern? Es diskutieren der Theologe und akademische Lehrer Peter Thiels Wolfgang Palaver und Arnd Henze, der sich mit christlichem Nationalismus auseinandersetzt („Mit Gott gegen die Demokratie“). (12.6., 19 Uhr, COMEDIA Theater)

Weibliche Körper unterliegen ständigen Bewertungsmechanismen. Die Publizistin Mirna Funk vertritt einen selbstbestimmten Feminismus, geprägt von ihrer jüdischen und ostdeutschen Herkunft. Die Kulturwissenschaftlerin Elisabeth Lechner forscht zu Body Positivity und „ekligen“ Körpern. Ein Gespräch über Schönheitsnormen und Selbstbestimmung. (12.6., 20.30 Uhr, COMEDIA Theater)

Einsamkeit gilt zunehmend als eine der großen Herausforderungen unserer Gesellschaft – persönlich wie politisch. Maike Luhmann ist eine der profiliertesten Einsamkeitsforscherinnen Deutschlands. Der Philosoph Michael Zichy sieht Einsamkeit als Mangel an Anerkennung und Bedeutung. Im Gespräch mit Jürgen Wiebicke nähern sie sich der „Volkskrankheit“. (13.6., 17.30 Uhr, COMEDIA Theater)

Chinas weltpolitische Bedeutung wächst schier unaufhaltsam. Der Politikwissenschaftler Wu Guoguang kennt den chinesischen Machtapparat genau. Als Reformpolitiker der 1980er-Jahre erlebte er das Ende von Pekings Öffnungsversprechen, heute forscht er an der Stanford University. Im Gespräch mit dem Sinologen Daniel Leese geht es um Chinas Ambitionen – und darum, welche Fehler Europa im Umgang mit Peking begeht. (13.6., 19 Uhr, COMEDIA Theater)

Gibt es so etwas wie eine demokratische Architektur? Der in Princeton lehrende Politikwissenschaftler Jan-Werner Müller verknüpft in seinem Buch „Straße, Platz, Palast“ die Geschichte von Städtebau und politischem Denken – von antiken Orten wie der Agora bis hin zur gläsernen Reichstagskuppel in Berlin. (14.6., 17 Uhr, COMEDIA Theater)

Jaques Tilly, renommierter Wagenbauer des Düsseldorfer Karnevals, wurde wegen seiner Putin kritischen Karnevalswagen in Abwesenheit von einem russischen Gericht zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt. In Köln trifft er auf den Kabarettisten Jürgen Becker zu einem Gespräch über Humor als Waffe und die Frage, wie weit Satire gehen darf. (14.6., 20 Uhr, COMEDIA Theater) phil.COLOGNE im Radio: WDR 5 Philosophie spezial

Unsere Zeit ist unruhig und Gewissheiten, die lange tragfähig schienen, verlieren an Halt. „Über unsere Zeit – wo wir stehen, wohin wir gehen“ ist der Titel des Radio-Spezial von WDR 5 zur phil.COLOGNE. In insgesamt acht Stunden Live-Radiosendung lädt WDR 5 in Verbund mit der phil.COLOGNE zu einem Tag philosophischer Reflexion und fragt: Was trägt uns als Menschen in dieser Zeit? Zu Gast sind u.a. Susanne Boshammer, Wolfram Eilenberger, Aladin El-Mafaalani, Alfred Hirsch, Kirsten Meyer, Rainer Mühlhoff, Melanie Raabe und Andreas Zick. Hörer:innen können sich telefonisch oder per Mail beteiligen (philo@wdr.de). Moderation: Anja Backhaus, Carolin Courts, Ralph Erdenberger, Julia Schöning und Jürgen Wiebicke. (6.6., 10-18 Uhr, WDR 5)

KlasseDenken – phil.COLOGNE für Schulklassen

Das Kinder- und Jugendprogramm der phil.COLOGNE, KlasseDenken, macht Philosophie lebendig und feiert in 13 Veranstaltungen für alle Schulformen das gemeinsame Denken! Fachleute aus Philosophie und Wissenschaft kommen mit Schüler:innen ins Gespräch über Themen, die ihrer Lebensrealitätmöglichst nahe sind: Wie können wir Demokratie  gestalten? Entscheidet Herkunft über Chancen? Was ist Geld? Wie nutzen wir KI für souveränes Denken? Und was würde uns Hannah Arendt heute sagen? Das Programm organisiert den persönlichen Austausch über verschiedene Denkansätze und Gestaltungsmöglichkeiten der jungen Menschen, der im Unterricht weiter vertieft werden kann. phil.COLOGNE dankt ihren Partnern und Förderern

Unterstützt wird das Philosophie-Festival wesentlich von der Udo Keller Stiftung Forum Humanum. Weitere Förderer sind die Identity Foundation, gemeinnützige Stiftung für Philosophie, sowie die Imhoff Stiftung.

Zahlreiche Veranstaltungen der phil.COLOGNE werden vom Medienpartner WDR 5 mitgeschnitten und teilweise als Radiosendung ausgestrahlt. Weitere Medienpartner sind das Philosophie Magazin sowie der Kölner Stadt-Anzeiger, Kooperationspartner ist das Savoy Hotel Köln. Barrierefreie Teilnahme an der phil.COLOGNE

Die phil.COLOGNE engagiert sich aktiv für eine gleichberechtigte kulturelle Teilhabe von Menschen mit Behinderungen: In diesem Jahr werden acht Veranstaltungen in Deutsche Gebärdensprache und zwei Veranstaltungen in Leichte Sprache übersetzt. Weitere Informationen finden Sie unter www.philcologne.de/barrierefreiheit.

Vorverkaufsstart
Am Dienstag, den 5.5.2026, um 12 Uhr startet der Kartenvorverkauf unter www.philcologne.de  und www.myticket.de. Karten sind zudem an der Vorverkaufsstelle Theaterkasse Neumarkt und der Concertkasse Johnen erhältlich.

Abbildung: Der bulgarische Politikwissenschaftler Ivan Krastev, einer der einflussreichsten Denker Europas und gefragter Experte für Geopolitik und Demokratie, eröffnet die 14. Ausgabe des Philosophiefests. (Foto: ©Klaus Ranger, Zsolt Marton/IWM)
Quelle: Radar Media GmbH

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