25.06.2026 Vortrag - Ensor als Puppenspieler. Tanz, Theater und Inszenierung in der Kunst James Ensor
Bühnenartige Kompositionen, eine von Masken dominierte Staffage, Tanzmotive und narrative Stillleben finden sich in James Ensors Werk zahlreich. In Tanz-, Theater- und Maskenbildern synthetisiert der Künstler konträre Welten wie das belgische Puppentheater, bekannt für seinen derben Witz, mit den elegant-zurückhaltenden Liebespaaren Jean-Antoine Watteaus. Er kombiniert Anregungen aus der bildenden Kunst mit solchen aus Populärkultur, Literatur und Alltag. Ensors Malerei ist seine Bühne und die Inszenierung sein Kompositionsprinzip. Das Interesse an Musik und Theater kulminiert in einer von ihm komponierten Ballett-Pantomime – hier wird er wortwörtlich zum Puppenspieler.
Dr. Ina Dinter leitet seit 2024 das Kunstmuseum Villa Zanders. 2015 promovierte sie mit der Untersuchung von James Ensors wenig erforschtem Spätwerk. Sie ordnet seine Werkgruppen kunst- und kulturhistorisch ein und zeichnet Ensor als scharfsinnigen Ironiker und Wegbereiter der Moderne, dessen komplexe Bildstrategien eine innovative Auseinandersetzung mit Fragen von Originalität, Serialität und künstlerischer Selbstinszenierung markieren. Ihre Arbeit eröffnet neue Perspektiven auf Ensor als Person und ordnet seine frühe sowie mittlere Schaffensphase neu ein. Zugleich macht sie seine prägende Rolle als Wegbereiter der europäischen Kunst des 20. Jahrhunderts deutlich.
Vortrag
Ensor als Puppenspieler. Tanz, Theater und Inszenierung in der Kunst James Ensor
Do 25.6.2026 | 18.00–19.00 Uhr
mit Dr. Ina Dinter
3 € zzgl. Eintritt | keine Anmeldung erforderlich| vor und nach dem Vortrag kann eigenständig die Ausstellung besucht werden (bis 20 Uhr)
Veranstaltungsort: Kunstmuseum Villa Zanders, Konrad-Adenauer-Platz 8, 51465 Bergisch Gladbach
Abbildung: James Ensor - James Ensor, Musiker mit dem Notenschlüssel, 1939, Öl auf Leinwand, 18 × 14 cm, Sammlung Quinensor, Fotos: Steven Decroos