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Paris zeigt, was möglich ist – Köln braucht endlich mehr Mut für die Verkehrswende

VCDAuf dem E-Bike kam der frisch gewählte neue Bürgermeister Ende März ins Pariser Rathaus. Emmanuel Grégoire radelte auf einem städtischen Leihfahrrad, während er sein erstes Liveinterview nach dem Wahlsieg gab. Sein Traum sei, wie der aller Bürgermeister aller großen Metropolen der Welt: eine Stadt mit viel weniger Autos.

Hier dürfte sich der Pariser Bürgermeister nach Meinung des VCDs wohl irren: Der VCD bezweifelt, ob der Kölner Oberbürgermeister einen ähnlichen Traum träumt.

Der VCD sieht nämlich deutliche Unterschiede zwischen Köln und Paris:

  • Die Auto-Schnellstraßen am Ufer der Seine wurden zu Fahrradpisten Joggingstrecken und Partymeilen. Die Rheinuferstraße hat noch immer einen Charakter, der einer Autobahn ähnelt. Und beim Rheinufer zwischen Hohenzollernbrücke und Severinsbrücke gibt es immer noch keine Lösung für den Radverkehr.
  • Von einer generellen Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 Stundenkilometer wie in Paris kann man in Köln nur träumen.
  • In Paris wurden 300 sogenannte Rue Ecole, also Schulstraßen, zu Fußgängerzonen mit Blumenbeeten umgebaut, hunderte weitere sollen noch folgen. In Köln sucht man Straßen mit vergleichbaren Qualitäten vergeblich, von wenigen Pilotprojekten einmal abgesehen.
  • In Paris wurden die Parkgebühren stark angehoben, besonders für SUVs. In Köln hingegen werden die Parkgebühren nur sehr zaghaft erhöht.
  • Um den Louvre herum ist eine verkehrsberuhigte Zone entstanden, in welcher der komplette private Durchgangsverkehr verbannt wurde – in Köln hingegen ist der Durchgangsverkehr bislang unantastbar.

In Paris will der Rathauschef den Platz für Autos weiter reduzieren: Vorrang sollen nur noch jene haben, die auf ein Fahrzeug angewiesen sind – etwa ältere Menschen, Menschen mit Behinderung oder Handwerker.

In Köln fehlt der politische Mut

Der VCD Köln sieht in Paris ein deutliches Beispiel dafür, wie konsequente Verkehrspolitik den öffentlichen Raum lebenswerter, sicherer und klimafreundlicher machen kann. Während die französische Hauptstadt den Autoverkehr seit Jahren systematisch zugunsten von Fuß-, Rad- und öffentlichem Verkehr zurückdrängt, fehlt in Köln aus Sicht des VCD weiterhin der politische Mut für vergleichbar entschlossene Schritte.

Dabei soll – wie in Paris - der Autoverkehr nicht verbannt werden, sondern notwendiger Autoverkehr soll weiterhin möglich bleiben.

Paris macht vor, wie eine moderne Metropole Verkehr neu ordnen kann. Erst 2025 haben sich die Pariserinnen und Pariser zudem dafür ausgesprochen, 500 weitere Straßen autofrei beziehungsweise verkehrsberuhigt umzugestalten.

Besonders sichtbar wird dieser Wandel an prominenten Orten: Wo in Paris Straßenräume an der Seine und im Zentrum zugunsten von Rad- und Fußverkehr umgestaltet wurden, bleibt Köln an vielen Stellen hinter den eigenen Ansprüchen zurück. Gerade am Rhein und in der Innenstadt erleben Zufußgehende und Radfahrende noch immer viel zu oft, dass sie gegenüber dem Autoverkehr benachteiligt werden.

Quelle: www.vcd-koeln.de

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